Halli hallo!
Während meines Auslandsaufenthaltes (Ich meine jetzt von Polen aus betrachtet; sprich in Deutschland) habe ich mit Freude feststellen dürfen, dass ein paar Leute doch meinen Blog lesen.
Weswegen ich diese höchst lobenswerten Gesellen nicht länger warten lassen möchte, obwohl ich eigentlich muss. Denn ich habe bislang versucht, noch ein paar Beispiele für das Kommende zu finden, wurde aber bisher enttäuscht.
Wie dem auch sei, es geht mir heute um weitere eher unfassbare Dinge, die aber in einer anderen Hinsicht unfassbar sind, als beklebtes Brot oder lebende Eier (sh. früherer Blog - weiß nicht genau welcher).
Ich war in Berlin beim Friseur, und das an sich ist schon ein wenig unfassbar, da ich das hier günstiger hätte haben können. Aber ich hatte einen guten Grund (150. Geburtstag der Großeltern).
Wäre ich aber nicht dort beim Friseur gewesen, hätte ich dieses unglaublich erheiternde Schild nicht gesehen. Wie ich so auf dem Stuhl saß, mir genüsslich Kaffee über die Hosen kippte (seit wann bieten Friseure Kaffee an? Ich meine das ist doch echt unpraktisch - wie will er/sie schneiden, wenn der Kunde ständig den Kopf in den Nacken legt, um zu trinken? Wobei das wieder auch diesen umgekehrten Irokesenschnitt erklären könnte, bei dem in der Mitte des Kopfes eine Bahn Haare wegrasiert wird) - mir also genüsslich Kaffee über die Hosen kippte und meine schon zur Tradition gewordenen Grimassen im Spiegel zog - das zieht immer bei den Friseuren/eninnen/in/euse/eusinnen - boah, wie denn nun? - da erblickte ich dieses Plakat an der Wand, neben dem Spiegel. Ich hätte es schon eher sehen müssen, denn es war ca. 2 mal 3 Meter groß. Es war ein Werbeplakat von ... ich meine L'Oreal - und damit ist kein Fangesang auf Real Madrid gemeint - und hatte am unteren linken Ende diese schönen Anweisungen für den Friseur, bzw. das weibliche Pendant.
Dort stand als Überschrift: Worauf Sie achten müssen, wenn ein Mann ihr Kunde ist.
Aha, dachte ich, is ja interessant.
Dann kamen die Hinweise; ich glaube es waren 8 oder 9 an der Zahl. Der erste war gleich der Beste (haben diese Plakatmacher nie etwas von "Spannungsaufbau" gehört? Das Beste zum Schluss, nicht am Anfang!!!) aber auch der Zweite war nicht von schlechten Eltern. Und da ich schon einmal etwas von Spannungsaufbau gehört habe, beginne ich mit dem Zweiten.
"Männer sind unsicher. Sie brauchen Vorschläge! Geben Sie ihnen konkrete Hinweise und/oder Beispiele!"
JA! Genau!
Ich sitze jedes Mal da in diesem klinisch sterilen Stuhl (naja, sooo steril natürlich nicht, aber genauso beängstigend wie ein Zahnarztstuhl) und bete im Stillen, dass ich keine Fragen gestellt bekomme, die ich nicht beantworten kann, weil ich sie ganz einfach nicht verstehe. Viel lieber sind mir Fragen, die man stellt, und in denen die Antwort schon versteckt ist, allerdings so schlecht versteckt, dass ich sie nicht lange suchen muss.
Es gibt sogar einen Fachbegriff für diese Art der Fragen. Das klingt dann ungefähr so: "Soll ich vielleicht erstmal einen Zentimeter wegnehmen, und danach eventuell mehr?" - Welcher Mann würde jetzt bitte: "Ach wissen Sie, machen sie gleich einen gelockten Rittberger vorne, und hinten nehme ich das Streuselmuster mit Igelübergang in den Nackenbereich." Also ehrlich. Da ist "Ja" die näherliegende Antwort.
Konkrete Hinweise aber sind die besten. Ein selbstsicheres Auftreten und dann ein herrscherisches: "Wissen Sie, sie sehen so scheiße aus, da verpasse ich Ihnen am besten einen trükis-pinken Irokesen, das lenkt von ihrem Gesicht ab."
Na bitte, das wäre erstens pure Ehrlichkeit, zweitens ernstgemeinte Hilfe und drittens ein konkreter Hinweis, den sich kein verunsicherter Mann entgehen lassen würde.
Aber bla bla bla, kommen wir zum ersten Punkt:
"Männer wissen, was sie wollen. Fragen Sie sie nach ihrem Haartyp"
Meine erste Antwort auf die Frage nach meinem Haartyp wäre: "Braun."
Nach etwas Überlegen: "Kann auch hellbraun sein."
Würde mich der Friseur und das weibliche Pendant verdutzt angucken, könnte ich mich auch zu einem gewagten: "Im Winter generell dunkler, im Sommer ausgebleicht" hinreißen lassen.
Wenn auch das auf kein entsprechendes Echo gestoßen wäre, kämen mir noch "eigentlich hab ich immer einen kurzen Schnitt", "nach dem Aufstehen steht mein Wirbel ab" und "ich hab die Ohren lieber frei" in den Sinn.
"Fragen Sie sie nach ihrem Haartyp." Wenn mich je ein Friseur und dessen weibliches Pendant nach meinem Haartyp fragt, dann werde ich ihn so lange malträtieren, bis er oder sie den Beruf wechselt. "Fragen Sie sie nach ihrem Haartyp" ... unfassbar.
Aber das lenkt von der anderen Unfassbarkeit ab: "Männer wissen, was sie wollen." Das steht da allen Ernstes. Ich weiß was ich will, wenn es ums Essen oder Sport geht. Aber beim Haare schneiden?
Ok, "Freie Ohren und wieder etwas sehen. Und seit einiger Zeit auch: Ausdünnen. (Das hat aber so einen diskriminierenden Beigeschmack. Als ob ich dicke und dünne Haare hätte und die Dicken einfach raus müssten.)" Das ist das, was ich will. Aber das kann unmöglich mit "Sie wissen was sie wollen" gemeint sein.
Und noch eine Sache ist eigentlich unbegreiflich. Punkt eins ist also: "Männer wissen, was sie wollen." Punkt zwei: "Männer sind unsicher." Ja was denn nun? Wenn man sich diese beiden Punkte ansieht, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass Männer eigentlich gar keinen Plan haben , wenn sie zum Friseur gehen. Und das wiederum würde erklären, warum bei diesem speziellen Friseur nur Friseusinnen gearbeitet haben, der Besitzer schwul war, und ich mich noch nie bei einem Friseur so wohl gefühlt habe. Ganz ehrlich.
Eigentlich sollte ich hier Schluss machen, denn der Schluss ist gemacht und schließlich ist das Thema abgeschlossen. Aber ich habe am Anfang erwähnt, dass ich ursprünglich noch weitere Beispiele für ... ja für was denn sammeln wollte?!
Für Dinge wie widersinnige Plakate beim Friseur. Dinge, die einfach so DUMM sind, dass sie die Nation ernsthaft gefährden. Das fängt damit an, dass auf kleinen Plastiksalatschachteln steht "Hier öffnen". Oder noch besser: "Bitte hier öffnen." Ach ne! Echt? Ich hätte allen Ernstes versucht, die Schachtel mit einem Feuerzeug zu schmelzen, um ans Innere zu kommen. Und was in drei Teufels Namen soll dieses BITTE ??? Hat sich je irgendein Arsch dafür bedankt, dass ich immer an der Lasche ziehe, um es zu öffnen? Bislang ist noch nichts auf meinem Konto eingegangen und ich habe auch noch keine Blumen bekommen.
Weiter: "Bei Schnee Glättegefahr" ... Was sagt man dazu? Vielleicht: Bei Wasser Nässegefahr. Bei Müdigkeit Schlafgefahr. Bei Dummheit Verblödungsgefahr.
Aber ich fühle mich ja auch viel besser, jetzt, da ich weiß, dass es bei Schnee glatt werden KANN.
Bei den Automaten der BD (Name geändert) kommt am Ende die Aufforderung: Zahlen Sie jetzt mit einem der angegebenen Zahlungsmittel. (EC-Karte, manchmal bar).
Schade, denn ehrlich gesagt wollte ich lieber nächste Woche zahlen und zweitens hatte ich vor mit Muscheln einen Tauschhandel einzugehen.
Der absolute Sptizenreiter aber ist ein jeder Briefmarkenautomat der peutschen Dost (ebenfalls Name geändert. Ach scheiß drauf, das oben ist die Deutsche Bahn und jetzt geht es um die deutsche Post). Nachdem man sich durch ein verwirrendes Menü mit blinkenden Anzeigen in allen mögliche und unmöglichen Sprachen gedrückt hat, und für den Kauf einer Briefmarke mehrere Stunden stehend zugebracht hat, kommt die Frage: Wollen Sie das Restgeld in Briefmarken ausgezahlt bekommen - Ja - Nein?
Hm. Generell: Nein. Generell, hätte ich lieber NICHTS bezahlt und meine Briefmarken einfach so bekommen sowie eine nette mehrstellige Überweisung der Post.
Also drücke ich "Nein", womit aber dummerweise der gesamte Kaufvorgang abgebrochen wird. Warum fragen, wenn die Antwort eh klar ist?
Denkt dran: Immer JA drücken und die Briefmarken im Wert von einem Cent so lange sammeln, bis sie 50 Cent wert sind, und zusammen auf einen Brief geklebt werden können.
Gut, dieser Schluss ist ein wenig lahmer als der andere, aber ich musste das einfach los werden. Jetzt gehts mir schon besser.
Ich geh Haare waschen, mit türkis-pinkem Haarfärbemittel von Leck-Mich-Am-... .
Samstag, 25. April 2009
Dienstag, 7. April 2009
Frohe Ostern!
Ich glaube jeder Tag steht morgens auf und fragt sich als erstes: "Sooo, mal sehen. Wen kann ich denn heute verarschen? Aha, jaaa, da ist ja dieser Robert oder so, in Breslau. Den knüpf ich mir heute mal vor ... . Hehehe, das wird ein Spaß."
Anders kann ich mir den gestrigen Tag nicht erklären.
Bis zum Mittagessen lief noch alles normal. Das heißt ein bißchen zu spät aufstehen, grummeln, zu schnell essen; das übliche eben.
Aber als ich so an dem Cafétisch auf dem Marktplatz saß und mich umsah, da fühlte ich mich plötzlich ziemlich "cool". Und ich dachte, dass ich dieses Gefühl noch vertiefen sollte. Ich wollte "cool" leben. Mein Leben von Grund auf umkrempeln und ein bißchen auf "Matscho" (oder Macho?) machen. Ein bißchen lässig dreinschauen. Coole und schlagfertige Antworten geben. Ein bißchen mehr "männlich" sein.
So weit der Plan. In Gedanken ging ich alles durch: Sonnebrille kaufen, am besten eine verspiegelte. Tolle neue Turnschuhe. Ein legeres Hemd vielleicht und überhaupt ein entsprechendes Äußeres zulegen.
Die erste Aktion, die ich nach dieser Erleuchtung aufs Parkett legte war aber beileibe nicht so "cool". Ich habe der Kellnerin, die mir die Rechnung auf einem kleinen Porzellanteller brachte selbigen vor die Füße fallen lassen und im Hinunterbeugen ihr den Rest meines Kaffees über die Schürze gekippt. Das Wechselgeld, das sie mir auf den Tisch legte habe ich mit zittrigen Händen mehrfach fallen lassen und beim Aufstehen und Gehen wollte ich gleichzeitig Jacke anziehen und Rucksack aufnehmen, was zur Folge hatte, dass ich den Stuhl umschmiß und die zweite Kellnerin sich nur mit einem sehr beherzten Sprung zur Seite retten konnte.
Sehr "cool".
Danach bin ich in ein Café nebenan gegangen und habe einen Kaffee bestellt. Vom Plan "cool" zu sein war ich noch nicht abgekommen! Im Gegenteil. (Ich musste mich nur eine kleine Weile verstecken.) Wie ich also im zweiten Café saß nahm ich meine Jacke zur Hand, Nadel und Faden, dass ich von zu Hause mitgebracht hatte und begann einen Knopf anzunähen. Ich nähte und trank Kaffee und irgendwann kam mir der Gedanke, dass das vielleicht nicht sooo eine coole Aktion ist, seinen Knopf anzunähen. Also habe ich mir ein Bier zur Tarnung bestellt, das ich auch gleich nachdem ich es bekommen hatte mit einer unachtsamen Handbewegung vom Tisch warf.
"Cool" sein stellte sich als ziemlich schwer durchführbar heraus.
Auf dem Weg zur Uni steckte ich mir einen Kaugummi zwischen die Zähne. Coole Leute kauen immer Kaugummi. Als ich ihn aber in einer lockeren Bewegung mit Daumen und Zeigefinger nur im Vorbeilaufen in einen Papierkorb befördern wollte, blieb der Kaugummi an meiner Hand kleben und nachdem ich versucht hatte ihn mit Schütteln loszuwerden, landete er auf dem Schuh einer vorbei laufenden Passantin.
Es konnte eigentlich nur besser werden.
Eigentlich. Im Unterricht saß vor mir eine junge Dame mit sehr langen Haaren. Diese hingen auch auf meinen Platz, was mich ziemlich ablenkte. Der Unterricht war aber auch nicht so besonders. Nun ja, ich schaute also geschlagene 85 Minuten auf die Haare vor mir auf meinem Platz (Kastanienbraun behaupte ich), was hätte bedeuten müssen, dass ich wissen sollte, dass dort Haare waren! Aber im Zusammenpacken muss mir diese Nebensächlichkeit entgangen sein, denn ich verwickelte sie in den Reißverschluss meines Rucksacks ohne es zu merken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ihr weh tat.
Nun ja, das Ende vom Lied ist, dass ich weder Sonnenbrille noch Hemd oder Turnschuhe gefunden habe. Dafür aber hatte ich einen schönen Abend mit zwei Freunden in einer Bar, und ich glaube, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt schon gebessert hatte. Denn ich verschüttete nichts und tat auch keinem weh.
Frohe Ostern.
Anders kann ich mir den gestrigen Tag nicht erklären.
Bis zum Mittagessen lief noch alles normal. Das heißt ein bißchen zu spät aufstehen, grummeln, zu schnell essen; das übliche eben.
Aber als ich so an dem Cafétisch auf dem Marktplatz saß und mich umsah, da fühlte ich mich plötzlich ziemlich "cool". Und ich dachte, dass ich dieses Gefühl noch vertiefen sollte. Ich wollte "cool" leben. Mein Leben von Grund auf umkrempeln und ein bißchen auf "Matscho" (oder Macho?) machen. Ein bißchen lässig dreinschauen. Coole und schlagfertige Antworten geben. Ein bißchen mehr "männlich" sein.
So weit der Plan. In Gedanken ging ich alles durch: Sonnebrille kaufen, am besten eine verspiegelte. Tolle neue Turnschuhe. Ein legeres Hemd vielleicht und überhaupt ein entsprechendes Äußeres zulegen.
Die erste Aktion, die ich nach dieser Erleuchtung aufs Parkett legte war aber beileibe nicht so "cool". Ich habe der Kellnerin, die mir die Rechnung auf einem kleinen Porzellanteller brachte selbigen vor die Füße fallen lassen und im Hinunterbeugen ihr den Rest meines Kaffees über die Schürze gekippt. Das Wechselgeld, das sie mir auf den Tisch legte habe ich mit zittrigen Händen mehrfach fallen lassen und beim Aufstehen und Gehen wollte ich gleichzeitig Jacke anziehen und Rucksack aufnehmen, was zur Folge hatte, dass ich den Stuhl umschmiß und die zweite Kellnerin sich nur mit einem sehr beherzten Sprung zur Seite retten konnte.
Sehr "cool".
Danach bin ich in ein Café nebenan gegangen und habe einen Kaffee bestellt. Vom Plan "cool" zu sein war ich noch nicht abgekommen! Im Gegenteil. (Ich musste mich nur eine kleine Weile verstecken.) Wie ich also im zweiten Café saß nahm ich meine Jacke zur Hand, Nadel und Faden, dass ich von zu Hause mitgebracht hatte und begann einen Knopf anzunähen. Ich nähte und trank Kaffee und irgendwann kam mir der Gedanke, dass das vielleicht nicht sooo eine coole Aktion ist, seinen Knopf anzunähen. Also habe ich mir ein Bier zur Tarnung bestellt, das ich auch gleich nachdem ich es bekommen hatte mit einer unachtsamen Handbewegung vom Tisch warf.
"Cool" sein stellte sich als ziemlich schwer durchführbar heraus.
Auf dem Weg zur Uni steckte ich mir einen Kaugummi zwischen die Zähne. Coole Leute kauen immer Kaugummi. Als ich ihn aber in einer lockeren Bewegung mit Daumen und Zeigefinger nur im Vorbeilaufen in einen Papierkorb befördern wollte, blieb der Kaugummi an meiner Hand kleben und nachdem ich versucht hatte ihn mit Schütteln loszuwerden, landete er auf dem Schuh einer vorbei laufenden Passantin.
Es konnte eigentlich nur besser werden.
Eigentlich. Im Unterricht saß vor mir eine junge Dame mit sehr langen Haaren. Diese hingen auch auf meinen Platz, was mich ziemlich ablenkte. Der Unterricht war aber auch nicht so besonders. Nun ja, ich schaute also geschlagene 85 Minuten auf die Haare vor mir auf meinem Platz (Kastanienbraun behaupte ich), was hätte bedeuten müssen, dass ich wissen sollte, dass dort Haare waren! Aber im Zusammenpacken muss mir diese Nebensächlichkeit entgangen sein, denn ich verwickelte sie in den Reißverschluss meines Rucksacks ohne es zu merken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ihr weh tat.
Nun ja, das Ende vom Lied ist, dass ich weder Sonnenbrille noch Hemd oder Turnschuhe gefunden habe. Dafür aber hatte ich einen schönen Abend mit zwei Freunden in einer Bar, und ich glaube, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt schon gebessert hatte. Denn ich verschüttete nichts und tat auch keinem weh.
Frohe Ostern.
Mittwoch, 18. März 2009
Ratschläge!
Und bevor ich mich morgen mit aller Herzlichkeit für ein paar Tage Richtung Berlin verabschiede, möchte ich noch die 10 Gebote für Autofahrer in Polen aufstellen, für den Fall, dass einer von Euch in den nächsten Tagen in dieses Land fährt, ohne auf meine 100%ig zuverlässige, niemals enttäuschende und vor allem immer vorurteilsfreie Meinung und Erfahrung zurück zu greifen. Danach folgen noch die Erkenntnisse des Monats.
Die Gebote beginnen mit Gebot 10; wir wollen es schließlich langsam angehen.
10.Gebot: Sprich auf einer 10minütigen Fahrt nicht weniger als 9:30 Minuten per Handy - nutze die anderen 30 Sekunden um mit beiden Händen das Handy unter der Rückband zu suchen!
9.Gebot: Lass kein Schlagloch aus! (gilt im Besonderen für Busfahrer)
8.Gebot: Winke niemals einen Passanten durch!
7:Gebot: Unterschreite niemals die 50km/h in der Fußgängerzone!
6.Gebot: Versperre die Straße, sobald sich ein Rettungswagen mit Blaulicht nähert!
5.Gebot: Versperre am besten immer die Straße!
4.Gebot: Nutze die Rückständigkeit der Polizeiautos aus!
3.Gebot: Fahre immer mit quietschenden Reifen an!
2.Gebot: Behandle alle Ampelfarben gleich; vorzugsweise als "grün"!
1.Gebot: Fahre immer so, als wäre dein Auto ein Panzer und die anderen Autos/Verkehrsteilnehmer nichtexistent!
Ich hoffe, dass ich helfen konnte.
Erkenntnisse des Monats:
- Sich mit kalten Zehen an der Tür zu stoßen tut besonders weh.
- Blaue Flecken im Gesicht am morgen stammen meistens durch im Bett vergessene Füller.
- Man kann nie genug Wasser im Haus haben.
- Nach 21:00 Uhr einkaufen zu gehen erhöht die Chance Betrunkene zu treffen um ein Vielfaches.
- Betrunkene Polen sind nicht zu verstehen, aber außergewöhnlich freundlich.
- In eine 20 Liter Mülltüte passen meist auch nur 20 Liter Müll.
- Der Wasserstand der Oder steigt nach starken Regenfällen erkennbar an.
- Stundenlang das Fenster geöffnet zu lassen, treibt nicht den Gestank aus nassen Turnschuhen, erhöht aber die Möglichkeit nasser Schreibtische und durcheinander gewirbelter Unterlagen; vor allem bei regnerisch-stürmischen Wetter.
"Keep that in mind, and your life will be a lot easier!"
Die Gebote beginnen mit Gebot 10; wir wollen es schließlich langsam angehen.
10.Gebot: Sprich auf einer 10minütigen Fahrt nicht weniger als 9:30 Minuten per Handy - nutze die anderen 30 Sekunden um mit beiden Händen das Handy unter der Rückband zu suchen!
9.Gebot: Lass kein Schlagloch aus! (gilt im Besonderen für Busfahrer)
8.Gebot: Winke niemals einen Passanten durch!
7:Gebot: Unterschreite niemals die 50km/h in der Fußgängerzone!
6.Gebot: Versperre die Straße, sobald sich ein Rettungswagen mit Blaulicht nähert!
5.Gebot: Versperre am besten immer die Straße!
4.Gebot: Nutze die Rückständigkeit der Polizeiautos aus!
3.Gebot: Fahre immer mit quietschenden Reifen an!
2.Gebot: Behandle alle Ampelfarben gleich; vorzugsweise als "grün"!
1.Gebot: Fahre immer so, als wäre dein Auto ein Panzer und die anderen Autos/Verkehrsteilnehmer nichtexistent!
Ich hoffe, dass ich helfen konnte.
Erkenntnisse des Monats:
- Sich mit kalten Zehen an der Tür zu stoßen tut besonders weh.
- Blaue Flecken im Gesicht am morgen stammen meistens durch im Bett vergessene Füller.
- Man kann nie genug Wasser im Haus haben.
- Nach 21:00 Uhr einkaufen zu gehen erhöht die Chance Betrunkene zu treffen um ein Vielfaches.
- Betrunkene Polen sind nicht zu verstehen, aber außergewöhnlich freundlich.
- In eine 20 Liter Mülltüte passen meist auch nur 20 Liter Müll.
- Der Wasserstand der Oder steigt nach starken Regenfällen erkennbar an.
- Stundenlang das Fenster geöffnet zu lassen, treibt nicht den Gestank aus nassen Turnschuhen, erhöht aber die Möglichkeit nasser Schreibtische und durcheinander gewirbelter Unterlagen; vor allem bei regnerisch-stürmischen Wetter.
"Keep that in mind, and your life will be a lot easier!"
Freitag, 13. März 2009
Aus aktuellem Anlass
Ich denke, es braucht jetzt vorerst keine weiteren Worte.
An die Angehörigen der Opfer des Amoklaufs
Ich liege auf einer endlosen Wiese.
Sie geht weit über den Horizont hinaus.
Das Licht scheint in alle Richtungen.
Ich schaue im Kreis über die Wiese.
Mir geht es gut, ich ruhe jetzt über alle Zeiten hinaus.
Das Licht scheint in alle Richtungen.
Ich kenne sie noch nicht, diese Wiese,
ich weiß auch nicht: Was ist darüber hinaus?
Und dann kommen Figuren aus allen Richtungen.
Sie sehen so ruhig aus. Sie gleiten fast über die Wiese.
Dann legen sie sich hin. Wie ich. Meine Gedanken können nicht über die Wiese hinaus;
und gleiten gleichzeitig in alle Richtungen.
Ich weiß nicht warum, doch ich, ich muss es nicht wissen.
Ich denke an die, die nicht mit mir hier sind.
Mir geht es gut, ich ruhe mich aus.
Die Figuren und ich, wir weinen nicht auf der Wiese.
Das ginge über unsere Gefühle hinaus.
Die anderen, die nicht mit uns hier sind, weinen. Wir sehen sie in allen Richtungen.
Wir wissen nicht warum. Doch wir, wir müssen es nicht mehr wissen.
Wir denken an die, die nicht mit uns hier sind.
Uns geht es gut, wir ruhen uns aus.
Und schicken einen Lichtstrahl von der Wiese über
diese
hinaus.
In alle Richtungen.
An die Angehörigen der Opfer des Amoklaufs
Ich liege auf einer endlosen Wiese.
Sie geht weit über den Horizont hinaus.
Das Licht scheint in alle Richtungen.
Ich schaue im Kreis über die Wiese.
Mir geht es gut, ich ruhe jetzt über alle Zeiten hinaus.
Das Licht scheint in alle Richtungen.
Ich kenne sie noch nicht, diese Wiese,
ich weiß auch nicht: Was ist darüber hinaus?
Und dann kommen Figuren aus allen Richtungen.
Sie sehen so ruhig aus. Sie gleiten fast über die Wiese.
Dann legen sie sich hin. Wie ich. Meine Gedanken können nicht über die Wiese hinaus;
und gleiten gleichzeitig in alle Richtungen.
Ich weiß nicht warum, doch ich, ich muss es nicht wissen.
Ich denke an die, die nicht mit mir hier sind.
Mir geht es gut, ich ruhe mich aus.
Die Figuren und ich, wir weinen nicht auf der Wiese.
Das ginge über unsere Gefühle hinaus.
Die anderen, die nicht mit uns hier sind, weinen. Wir sehen sie in allen Richtungen.
Wir wissen nicht warum. Doch wir, wir müssen es nicht mehr wissen.
Wir denken an die, die nicht mit uns hier sind.
Uns geht es gut, wir ruhen uns aus.
Und schicken einen Lichtstrahl von der Wiese über
diese
hinaus.
In alle Richtungen.
Mittwoch, 4. März 2009
Die Perspektive, die Perspektive!
Das englische Wort für "Geschichte" lautet "History". Dieses wiederum lässt sich in folgende Komponente zerlegen: "His" und "Story". Das abermals übersetzt heißt "Seine Geschichte". Geschichte ist also immer subjektiv. Viele Fakten, die vielen bekannt sind, können unterschiedlich interpretiert und analysiert werden. Ein Beispiel:
In meiner ersten Geschichtsstunde in den USA hat uns unser Lehrer eine Liste mit "Fakten" gegeben: In einer Wohnung eines Toten wurden ein Flugticket, ein Brief an eine Frau, Geld in einer anderen Währung und eine Schachtel Zigaretten gefunden. Hausaufgabe: Schreibt eine Geschichte.
Und das haben wir gemacht und wir haben bei zehn Schülern zehn verschiedene Geschichten heraus bekommen. Die Fakten, die jeder hatte, waren alle genau die selben.
Worauf will ich hinaus? Auch wenn es den Eindruck erweckt, dass ich belehren möchte, ist etwas anderes der Fall. Ich möchte auf ein kleines Erlebnis hinweisen.
Neulich, als es hier so sehr schneite und alles dem Winter kapitulierte, habe ich einen Spaziergang entlang der Oder gemacht. Und irgendwann kam mir in den Sinn, dass, obwohl die "Fakten" sich nicht veränderten - Schneefall, Stille, Dämmerung etc. - sich doch eben diese Gegebenheiten unterschiedlich auf zwei Personen auswirken können. Zum Beispiel auf erstens einen Romantiker/Optimisten und zweitens auf einen Pessimisten. Wie genau würden deren Gedankengänge aussehen?
Hier ein Versuch. Zuerst ein Spaziergang aus der Sicht eines Romantikers, danach aus der eines Pessimisten. Selbstverständlich sollte in einem entsprechenden Tonfall gelesen werden. Das heißt im ersten Fall etwas ruhig, fast melancholisch - aber nur fast - mit einer leicht schwingenden Stimme und einem Tonfall im Dur Bereich. Mit sanften Übergängen zwischen den Sätzen. Genaus so, wie der letzte Satz in diesem Video:
http://www.youtube.com/watch?v=l4X_JsEwjHA
Im zweiten Fall jedoch muss die Stimme hart und abgestockt, in tiefem Bass oder besser Moll, mit einem eisigen Klang erklingen.
Ein Spaziergang entlang der Oder in der Abenddämmerung und bei Schneefall aus der Sicht eines Romantikers
Langsam und beinahe lautlos, entsprechend der Atmosphäre an diesem stillen Winterabend, senkt sich der Schnee und setzt sich in den Augenlidern fest, um dort, ein paar Augenblicke verweilend, dem geduldigem Wirt das Aussehen eines glücklich mit der Umgebung verschmolzenen Erdbewohners zu verleihen. Bei jedem Schritt knirscht der Schnee leise unter dem sich dem wandernden Fuß geschmeidig anpassendem Winterstiefel, auf dessen Spitze sich ein kleiner Turm aus reinem Schnee aufbaut, und der, dem gemächlichen und rhythmischen Schritt des dazugehörigen Körpers gleichkommend, innerlich aufgeräumt und leicht daher wippt. Die Spuren im frischen Schnee überdauern nur wenige Momente, und sobald der Wanderer im ruhigen Schneetreiben verschwunden ist, sind alle Anzeichen menschlicher Anwesenheit der Umwelt zurückgegeben. Fast scheint es, als verschmelze die schöpfende Kraft der Natur mit dem, was sie unter Bündelung all ihrer Wunder hervorgebracht hat.
Dem mit sich und der Welt im Reinen Bewegenden eröffnet sich unerwartet ein atemberaubender Anblick: Am Horizont, dem Punkt im Leben, der für viele Fixpunkt und Hoffnungsschimmer gleichzeitig verkörpert, lugt die Abendsonne in friedvollem Orange für den Hauch eines Herzschlages aus der ansonsten in beruhigendem Grau gehaltenen Wolkendecke hervor; fast so, als wolle sie ein letztes Mal dem scheidenden Tag in Augenschein nehmen, um sich schließlich mit einem letzten Blinzeln, in Form einer kurzlebigen Reflexion im kristallklaren Reif der unter einer schützenden Eisdecke schlafenden Oder zu verabschieden. Dann weicht der Schneefall einer klaren, kalten Luft, die leise wispernd das Schlafgemach Frau Holles vor sich her schiebt, und den Blick auf einen Sternen versehenden und herrlich funkelnden Himmel freigibt, während sie den Kopf von jeglichen Sorgen und Alltagsschwierigkeiten befreit.
An diesen Teil der Stadt gelangen die Geräusche der nahen, doch gleichzeitig so weit entfernt gelegenen Zivilisation nur als ein märchenhaftes Flüstern, und die Stille um einen herum erinnert daran, dass wir in unserem Leben hin und wieder einen Augenblick der Einsamkeit und Selbstfindung benötigen, ehe wir mit neuem Mut an die vor uns stehenden Aufgaben gehen können. Die Schnee behangenden Bäume am Ufer des Flusses gleichen kraftvollen und ruhigen Wächtern der Nacht, die stramm und unter einen wärmenden Decke versteckt den einsamen Wanderer beschützen, der sich immer weiter in ein für Menschen unbekanntes Terrain begibt. Eine Eule gleitet aus der Dunkelheit lautlos vorüber, und der Herrscher der Dunkelheit begrüßt so auf seine Art den willkommenen, weil nach Ruhe suchenden Gast.
Mit jedem Schritt, mit dem er sich der mittlerweile als nur ein rauschendes Auf und Ab zu vernehmenden Stadt entfernt, wächst die Gewissheit, endlich im vollständigen Einklang mit der Natur zu sein, hier Kraft zu schöpfen, um dann mit neuem Enthusiasmus zurück zu kehren.

Ach herrje, da tropft ja der Schleim der Romantik aus allen Poren. Mal sehen, was ein Pessimist dazu sagen würde:
Ein Spaziergang entlang der Oder in der Abenddämmerung und bei Schneefall aus der Sicht eines Pessimisten
Der eisige Wintersturm wirbelt unbarmherzig immer neue, eisig kalte Flocken in das Gesicht, und der krachend kalte Wind fährt unnachgebend durch Mark und Bein. Er verleiht dem irrenden Wanderer den Anblick eines Absurdum, das unmöglich in diese Lebens verachtende Umgebung passt. Der rutschige Schneematsch gibt unter jedem Schritt nach, was einen sicheren Tritt unmöglich macht und die mittlerweile völlig durchnässten Stiefel zeigen keinerlei Erbarmen mit der geschundenen Haut der Füße. Auf der Schuhspitze stapeln sich eiligst die Schneeflocken, die im eiligen Schritt rasch zu Eis gefrieren, und so jede wärmende Eigenschaft des zermürbten Leders zunichte machen. Die Spuren im Schnee überdauern nur für den Hauch einer Sekunde, und kurz nachdem der rastlose vorüber geeilt ist, hat die gnadenlose Natur jegliche Ahnung menschlichen Seins überwältigt. Es ist unfehlbar zu erkennen, dass die Natur kein Erbarmen mit dem Eindringling hat, den sie zwar hervorgebracht hat, der sich jedoch immer weiter von ihr fort entwickelte, und so zum unerbittlichen Gegner wurde.
Plötzlich reißt die Wolkendecke auf, und die Sonne lugt höhnisch für einen kurzen Moment aus dem undurchdringlichen Grau aus Schnee, Eis - und folgerichtig dem Tod - hervor, um einen letzten mahnenden Schrei heraufzubeschwören, umzukehren, und schleunigst in vertraute Umgebung zurück zu kehren. Doch die Natur weiß, was sie tut, und die Hypnose ist unüberwindbar. Vorwärts, immer weiter vorwärts … , ins Verderben.
Das Eis auf dem Fluss beginnt zu krachen, und innerlich spürt man, dass es mittlerweile zu schwach ist, um als rettende Bahn in die Zivilisation dienen zu können. Dann bricht der Schneefall abrupt ab, und ein noch eisigerer Wind, nun nicht mehr von dichten Flocken gebremst, macht jeden klaren Gedanken unmöglich. Wie in Trance, stapft man voran. Die Geräusche der Stadt verschwinden, die Stille greift um sich, und nimmt Besitz von der verängstigten, einsamen Seele. Die Bäume am Ufer ragen bedrohlich auf, und schütten eine Ladung kalten Schnees in den Kragen, sobald es jemand wagt, ihre Ruhe zu stören. Urplötzlich schießt eine Eule, wie aus dem Nichts, am Wanderer vorbei, und dieser wahre Herrscher der Finsternis erinnert mit einem lang gezogenen, und klagenden Schrei daran, dass man hier nicht willkommen ist, und geradewegs in die Katastrophe wankt. Keine Menschenseele ist in der Nähe, um einen aufzufangen, und es heißt nur vorwärts, immer weiter vorwärts … .

Naaa, also wenn ihr mich fragt, gefällt mir das Erstere besser. Aber alles eine Frage des Blickwinkels, stimmts?
In meiner ersten Geschichtsstunde in den USA hat uns unser Lehrer eine Liste mit "Fakten" gegeben: In einer Wohnung eines Toten wurden ein Flugticket, ein Brief an eine Frau, Geld in einer anderen Währung und eine Schachtel Zigaretten gefunden. Hausaufgabe: Schreibt eine Geschichte.
Und das haben wir gemacht und wir haben bei zehn Schülern zehn verschiedene Geschichten heraus bekommen. Die Fakten, die jeder hatte, waren alle genau die selben.
Worauf will ich hinaus? Auch wenn es den Eindruck erweckt, dass ich belehren möchte, ist etwas anderes der Fall. Ich möchte auf ein kleines Erlebnis hinweisen.
Neulich, als es hier so sehr schneite und alles dem Winter kapitulierte, habe ich einen Spaziergang entlang der Oder gemacht. Und irgendwann kam mir in den Sinn, dass, obwohl die "Fakten" sich nicht veränderten - Schneefall, Stille, Dämmerung etc. - sich doch eben diese Gegebenheiten unterschiedlich auf zwei Personen auswirken können. Zum Beispiel auf erstens einen Romantiker/Optimisten und zweitens auf einen Pessimisten. Wie genau würden deren Gedankengänge aussehen?
Hier ein Versuch. Zuerst ein Spaziergang aus der Sicht eines Romantikers, danach aus der eines Pessimisten. Selbstverständlich sollte in einem entsprechenden Tonfall gelesen werden. Das heißt im ersten Fall etwas ruhig, fast melancholisch - aber nur fast - mit einer leicht schwingenden Stimme und einem Tonfall im Dur Bereich. Mit sanften Übergängen zwischen den Sätzen. Genaus so, wie der letzte Satz in diesem Video:
http://www.youtube.com/watch?v=l4X_JsEwjHA
Im zweiten Fall jedoch muss die Stimme hart und abgestockt, in tiefem Bass oder besser Moll, mit einem eisigen Klang erklingen.
Ein Spaziergang entlang der Oder in der Abenddämmerung und bei Schneefall aus der Sicht eines Romantikers
Langsam und beinahe lautlos, entsprechend der Atmosphäre an diesem stillen Winterabend, senkt sich der Schnee und setzt sich in den Augenlidern fest, um dort, ein paar Augenblicke verweilend, dem geduldigem Wirt das Aussehen eines glücklich mit der Umgebung verschmolzenen Erdbewohners zu verleihen. Bei jedem Schritt knirscht der Schnee leise unter dem sich dem wandernden Fuß geschmeidig anpassendem Winterstiefel, auf dessen Spitze sich ein kleiner Turm aus reinem Schnee aufbaut, und der, dem gemächlichen und rhythmischen Schritt des dazugehörigen Körpers gleichkommend, innerlich aufgeräumt und leicht daher wippt. Die Spuren im frischen Schnee überdauern nur wenige Momente, und sobald der Wanderer im ruhigen Schneetreiben verschwunden ist, sind alle Anzeichen menschlicher Anwesenheit der Umwelt zurückgegeben. Fast scheint es, als verschmelze die schöpfende Kraft der Natur mit dem, was sie unter Bündelung all ihrer Wunder hervorgebracht hat.
Dem mit sich und der Welt im Reinen Bewegenden eröffnet sich unerwartet ein atemberaubender Anblick: Am Horizont, dem Punkt im Leben, der für viele Fixpunkt und Hoffnungsschimmer gleichzeitig verkörpert, lugt die Abendsonne in friedvollem Orange für den Hauch eines Herzschlages aus der ansonsten in beruhigendem Grau gehaltenen Wolkendecke hervor; fast so, als wolle sie ein letztes Mal dem scheidenden Tag in Augenschein nehmen, um sich schließlich mit einem letzten Blinzeln, in Form einer kurzlebigen Reflexion im kristallklaren Reif der unter einer schützenden Eisdecke schlafenden Oder zu verabschieden. Dann weicht der Schneefall einer klaren, kalten Luft, die leise wispernd das Schlafgemach Frau Holles vor sich her schiebt, und den Blick auf einen Sternen versehenden und herrlich funkelnden Himmel freigibt, während sie den Kopf von jeglichen Sorgen und Alltagsschwierigkeiten befreit.
An diesen Teil der Stadt gelangen die Geräusche der nahen, doch gleichzeitig so weit entfernt gelegenen Zivilisation nur als ein märchenhaftes Flüstern, und die Stille um einen herum erinnert daran, dass wir in unserem Leben hin und wieder einen Augenblick der Einsamkeit und Selbstfindung benötigen, ehe wir mit neuem Mut an die vor uns stehenden Aufgaben gehen können. Die Schnee behangenden Bäume am Ufer des Flusses gleichen kraftvollen und ruhigen Wächtern der Nacht, die stramm und unter einen wärmenden Decke versteckt den einsamen Wanderer beschützen, der sich immer weiter in ein für Menschen unbekanntes Terrain begibt. Eine Eule gleitet aus der Dunkelheit lautlos vorüber, und der Herrscher der Dunkelheit begrüßt so auf seine Art den willkommenen, weil nach Ruhe suchenden Gast.
Mit jedem Schritt, mit dem er sich der mittlerweile als nur ein rauschendes Auf und Ab zu vernehmenden Stadt entfernt, wächst die Gewissheit, endlich im vollständigen Einklang mit der Natur zu sein, hier Kraft zu schöpfen, um dann mit neuem Enthusiasmus zurück zu kehren.
Ach herrje, da tropft ja der Schleim der Romantik aus allen Poren. Mal sehen, was ein Pessimist dazu sagen würde:
Ein Spaziergang entlang der Oder in der Abenddämmerung und bei Schneefall aus der Sicht eines Pessimisten
Der eisige Wintersturm wirbelt unbarmherzig immer neue, eisig kalte Flocken in das Gesicht, und der krachend kalte Wind fährt unnachgebend durch Mark und Bein. Er verleiht dem irrenden Wanderer den Anblick eines Absurdum, das unmöglich in diese Lebens verachtende Umgebung passt. Der rutschige Schneematsch gibt unter jedem Schritt nach, was einen sicheren Tritt unmöglich macht und die mittlerweile völlig durchnässten Stiefel zeigen keinerlei Erbarmen mit der geschundenen Haut der Füße. Auf der Schuhspitze stapeln sich eiligst die Schneeflocken, die im eiligen Schritt rasch zu Eis gefrieren, und so jede wärmende Eigenschaft des zermürbten Leders zunichte machen. Die Spuren im Schnee überdauern nur für den Hauch einer Sekunde, und kurz nachdem der rastlose vorüber geeilt ist, hat die gnadenlose Natur jegliche Ahnung menschlichen Seins überwältigt. Es ist unfehlbar zu erkennen, dass die Natur kein Erbarmen mit dem Eindringling hat, den sie zwar hervorgebracht hat, der sich jedoch immer weiter von ihr fort entwickelte, und so zum unerbittlichen Gegner wurde.
Plötzlich reißt die Wolkendecke auf, und die Sonne lugt höhnisch für einen kurzen Moment aus dem undurchdringlichen Grau aus Schnee, Eis - und folgerichtig dem Tod - hervor, um einen letzten mahnenden Schrei heraufzubeschwören, umzukehren, und schleunigst in vertraute Umgebung zurück zu kehren. Doch die Natur weiß, was sie tut, und die Hypnose ist unüberwindbar. Vorwärts, immer weiter vorwärts … , ins Verderben.
Das Eis auf dem Fluss beginnt zu krachen, und innerlich spürt man, dass es mittlerweile zu schwach ist, um als rettende Bahn in die Zivilisation dienen zu können. Dann bricht der Schneefall abrupt ab, und ein noch eisigerer Wind, nun nicht mehr von dichten Flocken gebremst, macht jeden klaren Gedanken unmöglich. Wie in Trance, stapft man voran. Die Geräusche der Stadt verschwinden, die Stille greift um sich, und nimmt Besitz von der verängstigten, einsamen Seele. Die Bäume am Ufer ragen bedrohlich auf, und schütten eine Ladung kalten Schnees in den Kragen, sobald es jemand wagt, ihre Ruhe zu stören. Urplötzlich schießt eine Eule, wie aus dem Nichts, am Wanderer vorbei, und dieser wahre Herrscher der Finsternis erinnert mit einem lang gezogenen, und klagenden Schrei daran, dass man hier nicht willkommen ist, und geradewegs in die Katastrophe wankt. Keine Menschenseele ist in der Nähe, um einen aufzufangen, und es heißt nur vorwärts, immer weiter vorwärts … .
Naaa, also wenn ihr mich fragt, gefällt mir das Erstere besser. Aber alles eine Frage des Blickwinkels, stimmts?
Samstag, 21. Februar 2009
Uuuund "Action"!
Ich habe eine super Idee für eine lustige Szene in einer Sitcom!
Hauptdarsteller ist ein junger Mann. Sagen wir mal so ca. 22 Jahre alt. Na vielleicht 23. Oder doch 22, aber er wird in ein paar Wochen 23.
Dieser junge Mann ist eines Abends in seiner WG in Polen - oder Deutschland oder Frankreich; das ist nicht weiter wichtig - allein. Er hat aber einen perfekten Plan ausgearbeitet, um sich die Zeit zu vertreiben. Und zwar hat er den ganzen Tag verschiedene Lebensmittel eingekauft, weil er vor hat, etwas zu backen. Allerdings nichts gewöhnliches wie zum Beispiel Schillerlocken oder eine Schwarzwälder Kirschtorte, sondern gewisse Fischköder. Sogenannte Boilies. Dazu hat er im Internet nach Rezepten recherchiert und ist auch heilfroh, dass er alle Zutaten gefunden hatte. Sachen wie Milchpulver, Sojamehl oder Maismehl.
Nun denn. Der junge Herr steht also gut gelaunt in seiner Küche und beginnt, nachdem er in selbiger klar Schiff gemacht hatte, verschiedene Zutaten in eine Schüssel zu geben. Beispielsweise Backpulver, Puddingpulver, ein paar Eier und dann ... . Oh je. Es müssen genau abgemessene Mengen von den anderen Dingen hinein. Also muss ein Messbecher her.
Er beginnt zu suchen. Zuerst in den Hängeschränken. Dann in den Schubläden. Als nächstes im Abwasch. Dann im Kühlschrank. Etwas verzweifelt danach im Gefrierfach. Wenig später in der Waschmaschine, in allen Zimmern und deren Schränken, und zu guter Letzt an jedem Ort noch einmal. Wie gesagt, er ist allein in der Wohnung. Er weiß, dass seine Mitbewohnerin gerne bäckt; erst gestern hatte sie leckere Krapfen gemacht. Demnach vermutet er, dass sich irgendwo ein Messbecher versteckt. Er beginnt die Suche von vorne.
Ohne Erfolg.
Da fällt sein Blick auf die Armbanduhr (wobei er in der Hand, an deren Gelenk die Uhr ist ein Glas Apfelsaft hält, dessen Inhalt er sich laut plätschernd über das T-Shirt gießt) und er bemerkt ein wenig erleichtert, dass es erst 19:00 Uhr ist. Also schnell die Jacke übergeworfen - Pullover unnötig, er will ja nur schnell über die Straße in den kleinen Tante-Emma Laden - und runter.
Der Tante-Emma Laden ist geschlossen.
Also beschließt er sich schnurstraks zu dem riesen Einkaufszentrum zu begeben. Die Straßenbahn kommt auch gleich, und 5 Minuten später betritt er das Riesending. Er fährt ohne viel Federlesen in das erste von insgesamt 4 Stockwerken, weil er in dem dortigen Supermarkt das Objekt der Begierde vermutet. Er weiß, dass es dort 3 Gänge voller Haushaltsgeräte gibt. Also nichts wie hin.
Im Supermarkt ist es etwas kühl. Der Pullover wäre jetzt sehr nützlich. Nachdem er die 3 Gänge 2 Mal auf und ab gegangen ist, und erstaunt feststellen musste, dass man heutzutage Olivenölmessgläschen kaufen kann, die aber für seine Zwecke alles andere als ideal sind, hat er etwas enttäuscht und sauer nur ein Glas Nutella und Handseife gekauft.
Außerhalb des Supermarktes beginnt sein Gehirn auf Hochtouren zu laufen. Er entsinnt sich eines Haushaltswarengeschäftes im obersten Stock und hofft dort auf Erfolg. Im Geschäft für Haushaltswaren gibt es keine Messbecher. Dafür aber Kochlöffel aus jedem nur erdenklichen Material und Olivenölmessgläschen. Im Geschäft nebenan gibt es die gleichen Haushaltswaren in einem anderen Design. Mäuschen und nackte Frauen zieren die Tasssen und Teller dort.
Er fängt an, das Kaufhaus systematisch, auf allen Etagen, abzulaufen. Er besucht Läden für Kinderspielzeug, Saturn, Intersport, diverse Parfümerien, und eine Apotheke. Ohne Erfolg.
Im letzten Stockwerk findet er einen Rossmann (Drogerie) und geht hinein. Zwar entdeckt er dort einen Milchtopf und Rasierklingen in jeder Größe, aber selbstverständlich keinen Messbecher.
Gerade als er völlig erschöpft - und verklebt vom Apfelsaft - aufgeben will, fällt sein Blick auf eine Skala. In Milligramm beschrieben. Doch es ist kein Messbecher, nein. Ein wenig verzweifelt, belustigt und verwirrt zugleich greift er zu der ... Babynuckelflasche. Mit richtigem Nuckel. Aber es sind Striche in Milligramm drauf - bis 240; in 10er Schritten!!!
Damit stellt er sich freudestrahlend in die Schlange. Da spricht ihn ein junger Mann in ungefähr seinem Alter an, der ein Kind im Arm hält:
Mann mit Kind: "Na, auch schon Vater?"
Junger Mann: "Wie? Was? ... Ach so, das meinst du. Äääh, nein nein. Das ist nicht für ein Kind gedacht."
Mann mit Kind (ironisch lächelnd): "Selbstverständlich nicht."
Junger Mann (hektisch): "Nein, also du verstehst das falsch. Ich wollte was messen."
Mann mit Kind (zweifelnd): "Mit ner Nuckelflasche..."
Juger Mann (erleichtert): "GENAU! Guck hier sind so Striche drauf ... ."
Mann mit Kind: (belustigt): "Was du nicht sagst."
Junger Mann: (verzweifelt): "Naja ich will Angelköder backen und brauch die richtigen Mengen und hatte keinen Messbecher."
Mann mit Kind (ungläubig): "Angelköder."
Junger Mann (Verständnis bittend nickend): "Ja... ."
Mann mit Kind: "Aha. Weißt du was, so was habe ich am Anfang auch versucht, hat mir aber nie einer geglaubt. Steh einfach dazu, dann geht es leichter. Ist hier nichts ungewöhnliches, das man so jung Vater ist. Wie heißt es denn?"
Pause.
Junger Mann (aufgebend): "Boilie."
Und ich möchte die Hauptrolle spielen! Warum? Weil ich mich seit heute Abend verdammt gut in die Rolle hineinversetzen kann.
Hauptdarsteller ist ein junger Mann. Sagen wir mal so ca. 22 Jahre alt. Na vielleicht 23. Oder doch 22, aber er wird in ein paar Wochen 23.
Dieser junge Mann ist eines Abends in seiner WG in Polen - oder Deutschland oder Frankreich; das ist nicht weiter wichtig - allein. Er hat aber einen perfekten Plan ausgearbeitet, um sich die Zeit zu vertreiben. Und zwar hat er den ganzen Tag verschiedene Lebensmittel eingekauft, weil er vor hat, etwas zu backen. Allerdings nichts gewöhnliches wie zum Beispiel Schillerlocken oder eine Schwarzwälder Kirschtorte, sondern gewisse Fischköder. Sogenannte Boilies. Dazu hat er im Internet nach Rezepten recherchiert und ist auch heilfroh, dass er alle Zutaten gefunden hatte. Sachen wie Milchpulver, Sojamehl oder Maismehl.
Nun denn. Der junge Herr steht also gut gelaunt in seiner Küche und beginnt, nachdem er in selbiger klar Schiff gemacht hatte, verschiedene Zutaten in eine Schüssel zu geben. Beispielsweise Backpulver, Puddingpulver, ein paar Eier und dann ... . Oh je. Es müssen genau abgemessene Mengen von den anderen Dingen hinein. Also muss ein Messbecher her.
Er beginnt zu suchen. Zuerst in den Hängeschränken. Dann in den Schubläden. Als nächstes im Abwasch. Dann im Kühlschrank. Etwas verzweifelt danach im Gefrierfach. Wenig später in der Waschmaschine, in allen Zimmern und deren Schränken, und zu guter Letzt an jedem Ort noch einmal. Wie gesagt, er ist allein in der Wohnung. Er weiß, dass seine Mitbewohnerin gerne bäckt; erst gestern hatte sie leckere Krapfen gemacht. Demnach vermutet er, dass sich irgendwo ein Messbecher versteckt. Er beginnt die Suche von vorne.
Ohne Erfolg.
Da fällt sein Blick auf die Armbanduhr (wobei er in der Hand, an deren Gelenk die Uhr ist ein Glas Apfelsaft hält, dessen Inhalt er sich laut plätschernd über das T-Shirt gießt) und er bemerkt ein wenig erleichtert, dass es erst 19:00 Uhr ist. Also schnell die Jacke übergeworfen - Pullover unnötig, er will ja nur schnell über die Straße in den kleinen Tante-Emma Laden - und runter.
Der Tante-Emma Laden ist geschlossen.
Also beschließt er sich schnurstraks zu dem riesen Einkaufszentrum zu begeben. Die Straßenbahn kommt auch gleich, und 5 Minuten später betritt er das Riesending. Er fährt ohne viel Federlesen in das erste von insgesamt 4 Stockwerken, weil er in dem dortigen Supermarkt das Objekt der Begierde vermutet. Er weiß, dass es dort 3 Gänge voller Haushaltsgeräte gibt. Also nichts wie hin.
Im Supermarkt ist es etwas kühl. Der Pullover wäre jetzt sehr nützlich. Nachdem er die 3 Gänge 2 Mal auf und ab gegangen ist, und erstaunt feststellen musste, dass man heutzutage Olivenölmessgläschen kaufen kann, die aber für seine Zwecke alles andere als ideal sind, hat er etwas enttäuscht und sauer nur ein Glas Nutella und Handseife gekauft.
Außerhalb des Supermarktes beginnt sein Gehirn auf Hochtouren zu laufen. Er entsinnt sich eines Haushaltswarengeschäftes im obersten Stock und hofft dort auf Erfolg. Im Geschäft für Haushaltswaren gibt es keine Messbecher. Dafür aber Kochlöffel aus jedem nur erdenklichen Material und Olivenölmessgläschen. Im Geschäft nebenan gibt es die gleichen Haushaltswaren in einem anderen Design. Mäuschen und nackte Frauen zieren die Tasssen und Teller dort.
Er fängt an, das Kaufhaus systematisch, auf allen Etagen, abzulaufen. Er besucht Läden für Kinderspielzeug, Saturn, Intersport, diverse Parfümerien, und eine Apotheke. Ohne Erfolg.
Im letzten Stockwerk findet er einen Rossmann (Drogerie) und geht hinein. Zwar entdeckt er dort einen Milchtopf und Rasierklingen in jeder Größe, aber selbstverständlich keinen Messbecher.
Gerade als er völlig erschöpft - und verklebt vom Apfelsaft - aufgeben will, fällt sein Blick auf eine Skala. In Milligramm beschrieben. Doch es ist kein Messbecher, nein. Ein wenig verzweifelt, belustigt und verwirrt zugleich greift er zu der ... Babynuckelflasche. Mit richtigem Nuckel. Aber es sind Striche in Milligramm drauf - bis 240; in 10er Schritten!!!
Damit stellt er sich freudestrahlend in die Schlange. Da spricht ihn ein junger Mann in ungefähr seinem Alter an, der ein Kind im Arm hält:
Mann mit Kind: "Na, auch schon Vater?"
Junger Mann: "Wie? Was? ... Ach so, das meinst du. Äääh, nein nein. Das ist nicht für ein Kind gedacht."
Mann mit Kind (ironisch lächelnd): "Selbstverständlich nicht."
Junger Mann (hektisch): "Nein, also du verstehst das falsch. Ich wollte was messen."
Mann mit Kind (zweifelnd): "Mit ner Nuckelflasche..."
Juger Mann (erleichtert): "GENAU! Guck hier sind so Striche drauf ... ."
Mann mit Kind: (belustigt): "Was du nicht sagst."
Junger Mann: (verzweifelt): "Naja ich will Angelköder backen und brauch die richtigen Mengen und hatte keinen Messbecher."
Mann mit Kind (ungläubig): "Angelköder."
Junger Mann (Verständnis bittend nickend): "Ja... ."
Mann mit Kind: "Aha. Weißt du was, so was habe ich am Anfang auch versucht, hat mir aber nie einer geglaubt. Steh einfach dazu, dann geht es leichter. Ist hier nichts ungewöhnliches, das man so jung Vater ist. Wie heißt es denn?"
Pause.
Junger Mann (aufgebend): "Boilie."
Und ich möchte die Hauptrolle spielen! Warum? Weil ich mich seit heute Abend verdammt gut in die Rolle hineinversetzen kann.
Donnerstag, 19. Februar 2009
Ab aufs Amt!
Es ist nun schon länger her, dass ich mich hier gemeldet habe. Wem das nicht aufgefallen ist, der weiß es spätestens jetzt. In dem folgenden Blog werde ich in Klammern englische Übersetzungen angeben, für Wörter, von denen ich denke, dass sie nicht-Muttersprachlern nicht unbedingt bekannt sind.
Ich könnte hier viel erzählen, von der Reise nach Berlin, von dem vorangegangenen (previous) mündlichen Examen, das ich hier in Polen hatte - Es lief gut, eine 1,7 ist dabei herausgesprungen (was the result) - oder von der schönen Woche mit Melissa und den Großeltern in Berlin und dem dazugehörigen (dazugehören - belong to) Schnee.
Aber das spielte sich in Deutschland ab (took place), und der Blog soll ja doch mehr über Polen berichten.
Hier schneit es auch. In rauen Mengen! (A lot!). Dazu ist auch ein bißchen kalt, aber der Wind ist nicht so stark, wie in Berlin. Das heißt, dass es noch ganz angenehm (comfortable) ist. Ich habe heute ein schönes Erlebnis mit einer polnischen Behörde (Office) gehabt. Ja, richtig, ein schönes Erlebnis.
Ich habe nämlich heute meinen Angelschein erworben (acquire). Für den Fall, dass ich es in den nächsten 4 - 5 Monaten ans Wasser schaffe. Dabei musste ich zum zuständigen (responsable) Amt. Da nahm mich ein älterer Herr in Empfang (to welcome someone), der mich in ein extra Zimmer führte. Diesen Vorzug (advantage) genoss (enjoy) ich, da ich mich gestern quasi angemeldet hatte. Er sprach sehr langsam und äußerst deutlich mit mir - so wie man eben mit jemandem redet, von dem man annehmen muss, dass er ernsthafte (serious) mentale Schwierigkeiten hätte - und war wie mein Professor für Sprachwissenschaft gekleidet. Unauffällige graue Hose, braunen Pullover und natürlich eine kunstvoll geschwungene (swing?) Brille, von der er gleich zwei dabei hatte. Zunächst bat er mich um meinen Ausweis, mit dessen Hilfe er - also eher mit den Informationen auf meinem Ausweis - eine weiße Karteikarte ausfüllte. Er schrieb meinen Namen, die meiner Eltern, mein Geburtsdatum und den Geburtsort auf. Das heißt, zunächst hob er noch nach 30 Minuten erschöpft (exhausted) den Kopf, um festzustellen (notice), dass er die Brille wechseln musste, weil er nichts sah. Nach weiteren 30 Minuten war er dann aber auch schon fertig.
Als nächstes wollte er meinen Studentenausweis sehen. Er war mit dem Ausfüllen der Karte so sehr beschäftigt (busy), dass er die Welt um ihn herum zu vergessen schien. So konnte ich einen interessanten Dialog - naja, eher Monolog - mit ihm führen. Ich fragte ihn unter anderem nach seiner Frau, seinen Kindern, wann er nach Polen gekommen sei, ob er wüsste, dass er zwei Brillen besäße (possess), ob er mir den Rücken kratzen (scratch) könne, und ob ich von seinem Kaffee trinken könnte. Da er keine meiner Fragen beantwortete und auch nicht den Eindruck machte (to give an impression), dass er auch nur eine meiner Fragen gehört hatte, nahm ich mir einfach einen Schluck.
Nachdem auch die Studentenausweishürde (not to translate ... )genommen war, klärte er mich über meine Pflichten und Rechte auf. Es war ein munterer (joyful) Monolog seinerseits mit einsilbigen Antworten meinerseits. Ich gab an in Deutschland einen Angelschein zu besitzen, funkelte (to tell small lies) ein wenig mit den Schonzeiten (close-season) und Mindestmaßen (minimum size) für verschiedene Fische in Deutschland und weitete immer dann die Augen und warf ein "Ja" ein, wenn ich es für richtig hielt.
Dann bezahlte ich natürlich noch, bedankte mich höflich und nahm die ca. 5 Dokumente - alle handgeschrieben, gestempelt und gültig.
Nur der See, zu dem ich danach ging, um zu gucken, in welchem Zustand er sich befände, war zugefroren. Und es war kalt. Und windig. Und schneeig. Also muss das Angeln verschoben (delay) werden.
Aber so kümmere ich mich heute um meinen Papierkram. Ist ja auch nicht schlecht.
Also einen schönen schmutzigen Donnerstag, der in Polen "fettiger Donnerstag" heißt. Ich finde das lustig.
Bis bald,
Robert.
Ich könnte hier viel erzählen, von der Reise nach Berlin, von dem vorangegangenen (previous) mündlichen Examen, das ich hier in Polen hatte - Es lief gut, eine 1,7 ist dabei herausgesprungen (was the result) - oder von der schönen Woche mit Melissa und den Großeltern in Berlin und dem dazugehörigen (dazugehören - belong to) Schnee.
Aber das spielte sich in Deutschland ab (took place), und der Blog soll ja doch mehr über Polen berichten.
Hier schneit es auch. In rauen Mengen! (A lot!). Dazu ist auch ein bißchen kalt, aber der Wind ist nicht so stark, wie in Berlin. Das heißt, dass es noch ganz angenehm (comfortable) ist. Ich habe heute ein schönes Erlebnis mit einer polnischen Behörde (Office) gehabt. Ja, richtig, ein schönes Erlebnis.
Ich habe nämlich heute meinen Angelschein erworben (acquire). Für den Fall, dass ich es in den nächsten 4 - 5 Monaten ans Wasser schaffe. Dabei musste ich zum zuständigen (responsable) Amt. Da nahm mich ein älterer Herr in Empfang (to welcome someone), der mich in ein extra Zimmer führte. Diesen Vorzug (advantage) genoss (enjoy) ich, da ich mich gestern quasi angemeldet hatte. Er sprach sehr langsam und äußerst deutlich mit mir - so wie man eben mit jemandem redet, von dem man annehmen muss, dass er ernsthafte (serious) mentale Schwierigkeiten hätte - und war wie mein Professor für Sprachwissenschaft gekleidet. Unauffällige graue Hose, braunen Pullover und natürlich eine kunstvoll geschwungene (swing?) Brille, von der er gleich zwei dabei hatte. Zunächst bat er mich um meinen Ausweis, mit dessen Hilfe er - also eher mit den Informationen auf meinem Ausweis - eine weiße Karteikarte ausfüllte. Er schrieb meinen Namen, die meiner Eltern, mein Geburtsdatum und den Geburtsort auf. Das heißt, zunächst hob er noch nach 30 Minuten erschöpft (exhausted) den Kopf, um festzustellen (notice), dass er die Brille wechseln musste, weil er nichts sah. Nach weiteren 30 Minuten war er dann aber auch schon fertig.
Als nächstes wollte er meinen Studentenausweis sehen. Er war mit dem Ausfüllen der Karte so sehr beschäftigt (busy), dass er die Welt um ihn herum zu vergessen schien. So konnte ich einen interessanten Dialog - naja, eher Monolog - mit ihm führen. Ich fragte ihn unter anderem nach seiner Frau, seinen Kindern, wann er nach Polen gekommen sei, ob er wüsste, dass er zwei Brillen besäße (possess), ob er mir den Rücken kratzen (scratch) könne, und ob ich von seinem Kaffee trinken könnte. Da er keine meiner Fragen beantwortete und auch nicht den Eindruck machte (to give an impression), dass er auch nur eine meiner Fragen gehört hatte, nahm ich mir einfach einen Schluck.
Nachdem auch die Studentenausweishürde (not to translate ... )genommen war, klärte er mich über meine Pflichten und Rechte auf. Es war ein munterer (joyful) Monolog seinerseits mit einsilbigen Antworten meinerseits. Ich gab an in Deutschland einen Angelschein zu besitzen, funkelte (to tell small lies) ein wenig mit den Schonzeiten (close-season) und Mindestmaßen (minimum size) für verschiedene Fische in Deutschland und weitete immer dann die Augen und warf ein "Ja" ein, wenn ich es für richtig hielt.
Dann bezahlte ich natürlich noch, bedankte mich höflich und nahm die ca. 5 Dokumente - alle handgeschrieben, gestempelt und gültig.
Nur der See, zu dem ich danach ging, um zu gucken, in welchem Zustand er sich befände, war zugefroren. Und es war kalt. Und windig. Und schneeig. Also muss das Angeln verschoben (delay) werden.
Aber so kümmere ich mich heute um meinen Papierkram. Ist ja auch nicht schlecht.
Also einen schönen schmutzigen Donnerstag, der in Polen "fettiger Donnerstag" heißt. Ich finde das lustig.
Bis bald,
Robert.
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